Festnahmen an der Kotel
Was dazu gesagt werden muss...
In seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ scheint Grass die Ketten abzuschütteln, die ihm von der Gesellschaft auferlegt wurden, nun frei schreit er die „Wahrheit“ in alle Welt hinaus, ermuntert alle Menschen mit zu schreien: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“.
In verschiedenen Zeitungen aus mehreren Ländern ließ Günther Grass dieses Gedicht abdrucken und hofft, viele Andere „vom Schweigen zu befreien“.
Vollkommen übersieht er hierbei, dass es die iranische Führung ist, die seit Jahren von der Vernichtung Israels spricht und wohl auch Terrorgruppen im Kampf gegen Israel unterstützt.
Vielleicht glaubt Günther Grass ja selber, dass er mit Israel verbunden sei. Tatsächlich zeigt er mit diesem Gedicht aber vor allem, dass er ein einziges Bild von Israel hat: Israel die böse Bedrohung für die Länder im Nahen Osten, Israel die Bedrohung für die Welt. Landesweite Diskussionen in Israel, die ein Freund Israels verfolgt hätte, interessieren ihn nicht, nicht die vielen Stimmen in Israel, die sich laut und deutlich gegen einen Krieg mit den Iran aussprechen, sowohl aus politischen Kreisen, dem Militär, aber vor allem auch aus der Zivilbevölkerung. Eine kürzlich von Israelischen Künstlern gestartete Kampagne „IRANIANS WE LOVE YOU“ demonstriert diese Stimmen sehr deutlich. 
(Quelle: http://www.israelovesiran.com/download/)
s. auch http://www.youtube.com/watch?v=7agK8MIJ3T0
Dass Günther Grass ascheinend ein weltfremdes Bild von Israel hat, ist schade, wahrscheinlich aber nicht mehr änderbar. Leider lässt er sich mit diesem Gedicht aber auch vor den Karren der Leuten spannen, die Israel ganz eindeutig hassen und nun eine intellektuelle Ikone mehr zum gepflegten Israel-Bashing heranziehen können. Unreflektiert werden sie seinem Ruf nachkommen und aus voller Brust schreien: „Israel gefährdet den Weltfrieden!“ Wen es interessiert, der findet gerade im extrem rechten und linken Spektrum der Politik schon jetzt solche Beiträge im Internet.
Besonders bedauerlich aber ist, dass ihm wohl viele Leser recht geben werden. Diese Menschen, die Israel nur von den 60 Sekunden aus den Nachrichten kennen, werden sein Wort glauben und nicht weiter nachlesen. Grade diesem Teil der Bevölkerung muss deutlich gesagt werden: Das Bild, das von Günther Grass gezeichnet wird, ist zu ungenau, es versucht zu stigmatisieren und vor allem ist es falsch.
Gilad ist frei - ein Kommentar
Ich gebe es zu, ich bin erleichtert, unendlich erleichtert. Gilad lebt! Schmächtig, eingefallen, gebückt, aber mit einem scheuen Lächeln. Als eingefleischter Skeptiker hatte ich es nicht glauben wollen. Dass der Tag kommen würde, an dem er lebend wieder zu Hause ist. Aber es ist geschehen.
Mehr lesen:Gilad Shalit ist frei
Unilaterale Deklaration eines Palästinensischen Staat
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Free Gaza Flotilla 2
Am Ende musste doch die Armee eingreifen. Ohne dass Widerstand geleistet wurde, kamen die Soldaten der israelischen Marine an Bord der „Dignite Al Karame“ - kein Schuss fiel. Das einzig verbliebene Schiff der „Free Gaza Flotilla 2“ wurde in den Hafen von Ashdod geschleppt und die zehn Aktivisten werden in ihre Heimatländer abgeschoben.
Yom Haazmatut
Was die verschiedenen Liturgien zum israelischen Unabhängigkeitstag bedeuten
Von Rabbiner Konstantin Pal
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Anschlag auf Reformsynagoge
Nachdenkliches aus Israel
Kibbuzim werden 100
Feuer in Israel
Eine der Fragen, die bei allen Katastrophen mitschwingt, ist wie wir helfen können. KKL/JNF sind als Adressaten von Spenden sicher eine gute und kluge Wahl, denn die Wiederaufforstung wird eine der wichtigsten Reaktionen auf die Katastrophe sein. Die grüne Lunge, die durch das Feuer ernsthaft beschädigt wurde, ist für die Lebensqualität in Israel nicht zu unterschätzen. Und wer noch nicht sein ganzes „Weihnachtsgeld“ in Chanukka-Geschenke investiert hat, kann/sollte darüber nachdenken, ob nicht eine Urkunde für einen gespendeten Baum ein angemessenes Geschenk sein kann.
Aber: Israel braucht nicht nur Bäume. Menschen haben durch den Brand ihr gesamtes Hab und Gut verloren, Arbeitsplätze sind zerstört, Frauen, Männer und Kinder brauchen psychologische Betreuung, um das zu verarbeiten, was die Feuerwalze angerichtet hat. Es gibt verschiedene Organisationen, die hier mit ihrer Hilfe ansetzen. Auch hier ist unsere Hilfe herzlich willkommen.
Nachfolgend noch ein Bericht der Reformbewegung in Israel zu deren Bemühungen, den Betroffenen zu helfen.
Dear friends,
We are writing to update you with current news of the tragedy in the north of Israel. As thousands of people are displaced from their homes due to a massive wildfire, the fire fighters now seem to have the fire under control. The fire has claimed at least 42 lives and more than four million trees on nearly 10,000 acres of land.
We are all in mourning for those we have lost, and aid for the victims is of the Movement’s greatest concern at this moment.
During the weekend: - The IMPJ [Reform Movement in Israel] has been communicating with all of the main agencies in charge of the crisis: the government rescue headquarters, the logistics center for the operation, the center for displaced families, and the mayors of Tirat Carmel and Ussfia. We have been in touch with these agencies since the Lebanon War in 2006.
- The IMPJ congregations in Haifa and the Carmel (Or Chadash, Shirat Hayam, Ohel Avraham and Sulam Yaakov in Zikhron Yaacov) are in touch with their members and staff from the evacuated areas. They are all safe. The Leo Beck school assisted it’s students from Tirat Carmel and Ussfiya that have been evacuated. The students and their families are all safe, and the majority of them have already returned home.
- Congregation Ohel Avraham held Shabbat services and candle lighting in the firefighters’ headquarters in Haifa university with the participation of hundreds of rescue workers and fire fighters. - The Leo Beck students packaged during the weekend, hundreds of kits with food and supplies for the fire fighters. The community center has been opened as a rest area for rescue workers.
- Since this afternoon, Keren B’Kavod, with Leo Beck Center are providing hundreds of hot meals for fire-fighters and rescue workers In the next 24 hours:
- As the focus in the north is moving from putting out the fire to rehabilitating the people and land that were affected, we are adjusting to provide any help necessary.
- Noar Telem [Jugendbewegung] will assist Keren B’Kavod in packaging supplies for rescue workers and for displaced families.
- Noar Telem will be heading north to organize activities for the displaced children from Kibbutz Beit Oren and Ein Hod, who are now residing in Kibbutz Nachsholim. Keren B’Kavod is now focusing on identifying needs for the future, with our staff on the ground visiting the area in order to determine how we can best help in rehabilitation.
- In a few hours, the IRAC weekly newsletter will be published early to share this information as well as other updates with our vast group of supporters. If you have any information about relief efforts, please write to us immediately so that we may share this in the newsletter.
- In a few hours, we will send you an article by Rabbi Gaby Dagan about his experience and insights from this weekend.
Thank you for your support, especially in times of great need.
Yaron Shavit Anat Hoffman Gilad Kariv
Oberstes Gericht stärkt Rechte der Frauen
Diesem Urteil geht ein langer Kampf voraus, begonnen in den 90er Jahren, als einige Israelische Busgesellschaften, probeweise eine Trennung von Mann und Frau in Bussen einführten. Zunächst nur auf wenigen „Mehadrin“ Bussen und offiziell freiwillig, mussten Frauen durch die hinterste Tür in Busse einsteigen und hinten platz nehmen. Dazu sollten sie noch eine Kleiderordnung befolgen. Keine kurzen Röcke oder „aufreizende“ Kleidung.
EGED und andere Busgesellschaften führten diese Regelung ein, um auf die Bedürfnisse von Ultraorthodoxen einzugehen, und nicht an private Anbieter zu verlieren. Die Ultraorthodoxen argumentieren, dass sie in den oft überfüllten Bussen ohne die Geschlechtertrennung ihre religiösen Regeln nicht befolgen können.
Selbsternannte ultraorthodoxe „Aufpasser“ begannen die Einhaltung dieser Trennung auch durchzusetzen, wer im falschen Teil des Busses war, wurde beschimpft und sogar aus dem Bus geschmissen.
Nachdem IRAC klagte, gibt es seit 1997 es ein Komitee, das die Mahadrin Busse begutachtet, im Jahr 2007 legten sie Ihren Bericht vor; in diesem kamen sie zum Schluss, dass sich das System der Mehadrin Busse ohne staatliche Kontrolle wüchse, es manchmal keine Alternative zu den getrennten Bussen gebe. Einige Ultraorthodoxen glaubten, dass sie ein Anrecht auf Mehadrin Busse hätten. Dies sei mit einer modernen, freien Gesellschaft aber nicht vereinbar. Sie schlugen eine explizit freiwillige Trennung in den Bussen vor.
Das Oberste Gericht ordnete 2007 an, dass es eine einjährige Probezeit geben solle, in denen versucht werden solle, die Geschlechtertrennung auf freiwilliger Basis weiter zu behalten, es nahm damit die Empfehlung des Komitees an. Schilder wurden entfernt, die eine Geschlechtertrennung vorschrieben, auf die Freiwilligkeit der Trennung wurde explizit hingewiesen. In zwei dritteln der Kontrollen, wurden die sich absichtlich „falsch“ verhaltenden Kontrolleure dennoch verbal angegriffen.
Dies gehe nicht, entschied das Oberste Gericht nun noch mal, wie eingangs erwähnt machte das Gericht klar, dass eine erzwungene Trennung nicht rechtens sei, sollen Personen angegriffen werden, da sie diese freiwillige Trennung ignorieren, könnten eine Straftat sein.
Das Gericht wies ein weiteres einjährige Probejahr an, in der die Freiwilligkeit der Trennung streng durchgesetzt und kontrolliert werden solle werden solle. Bis dahin soll, anders als in regulären Bussen, die letzte Tür immer noch offen stehen, so dass Frauen hinten einsteigen können.
Man kann argumentieren, dass die Geschlechtertrennung immer noch nicht abgeschafft wurde, da es sicherlich immer noch Freuen gibt, die die Hintertür nutzen müssen, da sie aus der ultraorthodoxen Gemeinde kommen. Auch besteht immer noch die Gefahr, dass einige das freiwillige System ausnutzen und mitreisende dazu drängen einen bestimmten Platz aufzusuchen. Ich denke, dass das Gerichtsurteil vor allem eine Chance darstellt.
Auf der einen Seite sagt es ganz klar, dass in einem demokratischen Rechtsstaat nicht möglich ist, dass Freiheiten aufgrund von Geschlecht eingeschränkt werden können, auf der anderen Seite gibt es der israelischen Gesellschaft auch die Möglichkeit auf Ultraorthodoxe einzugehen, die von der Mehrheit nicht umbedingt verstanden wird, aber dennoch Teil der Gesellschaft ist und Bedürfnisse hat.
Ein Refomrabbi tritt gegen die Orthodoxe Vorherrschaft an
Aus Tel Aviv – Gilad Kariv ist unermüdlich in seinem Kampf gegen die Dominanz der israelischen orthodoxen Gemeinde. Der 36-jährige Rabbiner und Jurist hatte Schlachten vor Gericht gekämpft, für die staatliche Anerkennung und Finanzierung der liberalen jüdischen Bewegungen, für vier Jahre, bevor er im vergangenen Jahr zum Vorsitzenden der israelischen Bewegung für progressives Judentum ernannt wurde, welche die weniger strenge Reform Bewegung in Israel repräsentiert. Die Position, welche Kariv anvertraut wurde, in der teils hitzigen Beziehung zwischen der Reformbewegung, die Frauen und offen Homosexuelle zu Rabbiner ernennt und ermöglicht, dass Juden am Shabbat mit dem Auto in die Synagoge fahren, und die orthodoxe Bewegung, die solche Dinge verbietet und einer strengen Auslegung des jüdischen Gesetzes folgt. Er sprach vor kurzem mit der Los Angeles Times:
Warum ist die Reformbewegung ziemlich unbedeutend in Israels religiösem Leben?
In der Tat, wenn wir die Größe und Stärke des Reformjudentums in Israel mit seiner Stärke und Kapazität in den USA vergleichen, sind wir noch eine kleine Bewegung. Aber sie ist in den letzten zwei Jahrzehnten gewachsen. In den 1990er Jahren begannen wir mit 12 Reform Gemeinden in Israel, heute sprechen wir von mehr als 30. Wir müssen drei Dinge bedenken; eines ist, dass die meisten Israelis, vor allem diejenigen, die nicht orthodox sind, nicht das Bedürfnis verspüren, religiös zu werden. Einer der Vorteile des Lebens in einem jüdischen Staat ist, dass die Frage der Religionszugehörigkeit weniger wichtig ist. Der zweite Grund ist, dass wir zugeben müssen, dass wir in vielerlei Hinsicht ein junges Phänomen in Israel sind. Und der letzte Grund, der den meisten bekannt ist, dass wir in Israel einem sehr schweren Kampf mit den orthodoxen Einrichtungen ausgesetzt sind, die von der Regierung finanziert werden und tuen, was sie können, um unseren Weg in die israelische Gesellschaft zu blockieren.
Ist es Ihnen gelungen, neue Mitglieder außerhalb der traditionellen Basis von US-Immigranten zu gewinnen?
Eine unserer Methoden uns zu erweitern ist, neue Reformgemeinden in den Städten und Gemeinden zu gründen, die kein nicht-orthodoxes religiöses Angebot haben. Jedes Jahr werden wir zwei bis drei neue Gemeinden im ganzen Land öffnen. Wir investieren auch viel Mühe, um pädagogische Maßnahmen zu etablieren. Wir haben mehr als 50 Kindergärten, sechs Grundschulen und zwei Gymnasien, die formell mit der Bewegung verbunden sind. Wir werden die Anzahl der Vorschulen bis 2020 verdoppeln, Programme und mindestens zwei neue Gymnasien und zwei neue Grundschulen gründen.
In Israel glauben viele Ultraorthodoxe nicht, dass Reform sein als gläubig zählt. Sie werden fast gleichgesetzt mit säkular. Was ist Ihre Antwort?
Wer über uns lernen und über uns die Wahrheit erkennen will, erkennt, dass das Reformjudentum in Israel eine ernste und aufrichtige jüdische Option darstellt, dass es die Tore des Judentums für Hunderttausende von Israelis öffnen kann, viele von ihnen weltliche, die losgelöst ihrer jüdischen Identität sind.
In welcher Hinsicht gibt es Ungleichheit auf Regierungsebene, zwischen der ultra-orthodoxen Gruppierung und den Liberaleren, Reformen und konservativen Bewegungen?
Es beginnt mit der grundlegenden Tatsache, dass es in Israel keine verfassungsrechtliche Trennung zwischen religiösen Institutionen und der Regierung gibt. Es gibt viele religiöse Institutionen, die vollständig in die Exekutive eingebunden sind und sie sind alle orthodox. Die einzige jüdische Konfession, welche die formale Anerkennung genießt, gesetzlich durch den Staat, ist die orthodoxe Konfession. Die israelische Regierung weigert sich, die Gültigkeit der Durchführung von Eheschließungen von nicht-orthodoxen Rabbinern anzuerkennen. Alle öffentlichen Bestattungen sind an das orthodoxe Monopol übergeben. Der Staat finanziert die Gehälter von fast 3.000 Rabbinern, und alle von ihnen sind orthodox. In jeder Gemeinde gibt es ein spezielles Organ, welches die Verantwortung für die Versorgung mit Gottesdiensten hat, und all diese lokalen Einheiten werden durch die Orthodoxen gesteuert. Der Staat Israel investiert Milliarden von israelischen Shekel in die religiösen Institutionen. Mehr als 98% dieses Budgets geht an orthodoxen Einrichtungen und Dienste.
Das ultra-orthodoxe Monopol hängt weitgehend von der politischen Unterstützung der religiösen Parteien ab. Aber solche Parteien sind seit Jahrzehnten Bestandteil jeder israelischen Regierungskoalition. Welche Hoffnung haben Sie, dass die Dominanz der ultra-orthodoxen irgendwann abnehmen wird?
Ich habe einen sehr starken Glauben an die kollektive Weisheit der israelischen Gesellschaft. Obwohl es ein sehr langer Prozess sein wird, glaube ich fest daran, dass der Tag kommen wird, an dem das Problem von Religion und Staat in dem israelischen politischen System kritisch werden wird und die orthodoxen Parteien dem Zusammenbruch ihres Monopols ins Gesicht sehen müssen. Das liegt daran, dass mehr und mehr Israelis verstehen, dass wir, wenn wir von Religion und Staat sprechen, nicht nur über die Befähigung der Reform Rabbiner Hochzeiten durchzuführen reden. Wir sprechen über die Zukunft der israelischen Gesellschaft.
Warum gibt es einen solchen Aufschrei aus den Reformen und konservativen Bewegungen über das geplante israelische Konversionsgesetz? (Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat im Juli vorübergehend einen Gesetzesentwurf eingefroren, welches Israelis mit nur einem jüdischen Elternteil erlaubt zu konvertieren und das orthodoxe jüdische Gesetz als Grundlage für die Konversion gemacht.)
Reform-und konservative Konversion in Israel, die von der Regierung seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2002 anerkannt wurden, werden wahrscheinlich nicht anerkannt, nachdem dieses Gesetz verabschiedet wird. Dieses Gesetz sagt ausdrücklich, dass die Behörden die Frage der Konversion an das orthodoxe Oberrabbinat übergeben werden. Und die Ministerien für Justiz und Inneres haben nicht angekündigt, dass sie das Gesetz in einer Weise interpretieren werden, dass sie unsere Konversionen weiterhin anerkennen werden. Die Regierung wird nicht nur die Anerkennung unserer Konversionen in Israel beenden, es ist eine reale Bedrohung für die Anerkennung der Gültigkeit von nicht-orthodoxen Konversionen in Reformgemeinden in Übersee.
Haben Sie sich Gedanken über die Bildung einer politischen Partei gemacht oder unterstützen Sie eine?
Wir werden keine formelle Verknüpfung unserer Bewegung zu einer israelischen Partei bilden, vor allem da wir diejenigen sind, die eine Trennung zwischen religiösen und politischen Institutionen befürworten. Aber wir ermutigen unsere Mitglieder und junge Führungskräfte definitiv, sich im politischen und öffentlichen Leben zu involvieren. Wir wollen Knesset (Parlament) Mitglieder in den Reihen von Likud, Kadima, Avoda oder Meretz sehen, die zur Reform Gemeinde gehören.
Letztes Jahr haben Sie es abgelehnt, einem öffentlichen Aufruf von US-Reformrabbinern für einen israelischen Siedlungsstopp beizutreten. Die Stellungnahme zu solchen Themen könnten aber mehr Israelis zu Ihrer Bewegung ziehen, da dies ein Land ist, wo es beliebter ist, über Politik als über religiöse Fragen zu sprechen!
Wenn es zu den Fragen der Siedlungen und dem Friedensprozess mit den Palästinensern kommt, wollen wir klarstellen, dass die Türen unserer Gemeinden offen stehen für Israelis, die in vollem Umfang das Konzept einer Zwei-Staaten-Lösung unterstützen, aber auch für die Israelis, die andere Ansichten über den Konflikt unterstützen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die meisten unserer Gemeindemitglieder aus den liberaleren Reihen der israelischen Gesellschaft kommen. Doch die Frage des jüdischen Pluralismus ist definitiv nicht nur für die aus der israelischen Linken, sondern auch von der Rechten attraktiv.
Women of the Wall Demands Answers as to the Legality of the New Western Wall RegulationJerusalem, Israel- On September 21, 2010 a letter was sent to Rabbi of Holy Sites Rabbi Shmuel Rabinowitz from the attorney representing Women of the Wall, Adv Nira Azriel, with questions regarding the legality of a new regulation he recently passed banning worshippers from bring in outside Torahs into the Western Wall. Women of the Wall is claiming that the change in the custom of the holy site is illegal. Azrieli asserts that in the Supreme Court ruling regarding Women of the Wall there is no mention or reference to restrictions on holding the Torah, or bringing the Torah into the Western Wall Plaza despite the July Arrest of Anat Hoffman while carrying a Torah there. For 21 years Women of the Wall have been bringing the Torah into the women’s section of the wall and held it, covered without opening it, while praying the morning prayer, and then carrying it to Robinson’s Arch (an area outside of the ultra-Orthodox controlled Western Wall Plaza) for the Torah service. Women of the Wall are demanding that the new regulation be repealed and that Women of the Wall be allowed to continue to carry the Torah as they had been doing peacefully under the previous regulations and in accordance to the Supreme Court ruling. Rabbi Rabinowitz responded in a letter on October 6, 2010 saying that his new regulation stands to reason, because there is no reason to bring Torahs into the Western Wall, even for a Bar Mitzvah, since there are 100 Torahs there, which provide an ample response to the needs of all worshipers at any time. In response to Rabinowitz’s letter, Women of the Wall Chair Anat Hoffman said, „The 100 Torahs in the men’s section of the Western Wall might indeed be adequate for public use, but it is clear he does not consider women as part of the public since women have no access to any of the Torahs in the men’s section.” Hoffman adds that Women of the Wall will hold a vigil with the Torah that has been banned outside the Western Wall gates at the beginning of every new month of the Hebrew Calendar, until this new illegal regulation has been repealed. This past Friday, October 8, 2010 three women held a vigil outside of the Western Wall gates, including Women of the Wall board members who have prayed there for 21 years with this Torah. Women of the Wall is a group of Jewish women from around the world who strive to achieve the right, as women, to wear prayer shawls, pray and read from the Torah collectively and out loud at the Western Wall (Kotel) in Jerusalem. The Western Wall is Judaism’s most sacred holy site and the principal symbol of Jewish people-hood and sovereignty and Women of the Wall works to make it a holy site where women can pray freely. For more information, contact: Shira Pruce +972(0)546898351 media@womenofthewall.org.il
Danke- Das Rotem Gesetz wurde zurückgezogen!
Amazing news. We just learned that the Conversion Bill will not go to vote this Wednesday – a huge success! You deserve a gigantic thank you. Because of your overwhelming opposition, MK Rotem realized that he did not have the support to pass the Conversion Bill at this time. Thank you to all of the organizations and movements worldwide, to all who sent thousands of letters, faxes, and phone calls, and to all who spread the word to your friends, family, and congregants about the dangers of this bill. It was an incredibly important fight, and the government listened to us – nothing demonstrates the power of global grassroots efforts and advocacy more than this success.
I would also like to thank by name the IMPJ/IRAC staff members who worked tirelessly these past two weeks – lobbyist Loren Puris, attorney and Legal Aid Center for Olim Director Nicki Maor-Center, Attorney Riki Shapira Rosenberg, Media Liaison Yuli Goren, Associate Director Noa Sattath, and all of IRAC’s communications and administrative staff. I would especially like to thank the director of the Israel Movement for Progressive Judaism, Rabbi Gilad Kariv, who led this entire effort.
Although it is cliché, we have won the battle, but not yet the war. When Knesset reconvenes after the High Holy Days, the fight will start all over again, as the bill has only been postponed, not defeated completely – but we know we can count on you to mobilize and stop the bill when the time is necessary. And, believe it or not, in spite of this bill, we have been busy with other things here at IRAC. This past Tuesday, we organized a special conference in the Knesset about the Western Wall (Kotel), addressing the steadily growing strictness imposed by the ultra-Orthodox over the Wall itself as well as the surrounding area. Through our efforts, members of Knesset and Progressive Jewish leaders spoke in favor of greater tolerance and pluralism at this sacred site that is so important to men and women from all Jewish streams. Be sure to read the article about this groundbreaking day in Knesset.
While we are incredibly busy, the Jewish calendar does not stop, and tonight marks the beginning of Tisha Ba’av. For a beautiful teaching on how the struggle over the Conversion Bill connects to Tisha Ba’av, please be sure to read ARZA Executive Director Rabbi Danny Allen’s moving D’var Torah. Though we succeeded in stopping the bill, Rabbi Allen’s teachings remain applicable as we continue our fight for religious pluralism and tolerance in Israel and around the world, and for a unified Jewish people. Thank you again for your tremendous efforts. Your work has paid off. L’Shalom, Anat Hoffman
The Israel Religious Action Center is a department of the Israel Movement for Progressive Judaism.
Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer
auf diesem Weg möchte auch ich Euch für die Unterstützung unserer gemeinsamen Aktion gegen das „Rotem-Gesetz“ danken. Wie Ihr vielleicht schon aus der Presse erfahren habt, hatte sich Benjamin Netanyahu schon Anfang der Woche gegen das Gesetz ausgesprochen und der „Erfinder“ des Gesetzes, MK Rotem hat es dann auf Grund des massiven Drucks zurückgezogen.
Ich kann Euch leider zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, ob wir einen vollen, oder nur einen Teilerfolg erzielt haben. Dazu ist die derzeitige Regierung in Jerusalem zu unberechenbar, ABER, wir haben allen Fraktionen in der Knesset gezeigt, dass uns die Einheit aller Juden am Herzen liegt und wir dafür auch lautstark eintreten. Wir sind keine kleine Minderheit, sonder wir sind die Mehrheit.
Für die Kampagne haben wir viel Zuspruch erhalten. Von Freunden, Förderern, von liberalen, konservativen und auch von orthodoxen Jüdinnen und Juden. Unsere Partner in Israel, IRAC und die Reformbewegung, waren überwältigt von dem Zuspruch und haben viel Kraft tanken können, für die vielen weiteren Punkte, die sie noch angehen müssen, um Israel weiter positiv gestalten zu können:
- Anerkennung von Rabbinerinnen und Rabbiner aller Bewegungen und nicht nur der Orthodoxie;
- Unterstützung der „Women of the Wall“ bei ihren Bemühungen, die Klagemauer als Ort des Gebetes für Männer UND Frauen zu erhalten, mit gleichen Rechten und Möglichkeiten;
- Ein modernes Eherecht, dass den zukünftigen Partnern die eigene Wahl über das Wie und Wo einräumt;
- Gleiches Schulsystem für alle Kinder in Israel, keine Sonderbehandlung von Kindern aus ultra-orthodoxen Familien, da diese ihnen eine allgemeine Schulbildung vorenthält;
- Abbau von Diskriminierungen von Palästinensern, die innerhalb der Grenzen Israels leben möchten und eine aktive Friedenspolitik mit allen Nachbarn in der Region;
- und und und.
Toda Raba!
Adrian M. Schell
Dringender Aufruf um Unterstützung: Briefkampagne gegen das „Rotem-Gesetz“
In wenigen Tagen, am 9. Av, erinnern wir an die Zerstörung unserer beiden antiken Tempel. Einer der Gründe, den das klassische Judentum für die Zerstörung benennt, war die Avera, die Sünde, Sinat Chinam, der Streit, der Hass und die Spaltung innerhalb des damaligen Judentums. Vor wenigen Tagen, am 1. Av, gab es zwei Vorfälle, die unsere Sorge um die Einheit des Judentums, weiter wachsen lässt:
1. Der Gesetzesentwurf (Rotem-Gesetz), der die Anerkennung von Übertritten in des Judentum alleine in die Hände des ultra-orthodoxen Oberrabbinates verschieben soll, und damit vielen liberalen, nicht orthodoxen Juden eine Aliya nach Israel unmöglich machen wird, hat einen weiteren Schritt zur Gesetzeskraft erlangt. Wenn wir das Gesetzesvorhaben nicht stoppen können, befürchten wir eine Spaltung des Judentums. Ultra-Orthodoxe Juden werden versuchen die Vielfallt jüdischen Lebens weiter zu zerstören. Gerade in einer Zeit, in der Israel gegen viele Kämpfen muss, die die Existenz des Staates in Frage stellen, ist es fatal und ein falsches Signal, so viele Jüdinnen und Juden weltweit zu de-legitimieren.

Es gibt mehr als nur einen Weg, jüdisch zu sein!
2. Trauriger Weise passierte dieser Vorgang zeitgleich mit der Verhaftung von Anat Hoffmann (Direktorin des Israel Religious Action Center und Gründerin der „Women of the Wall) für das Tragen einer Torah-Rolle von der Kotel zum Robinson Arch.
arzenu, Masorti Deutschland, Meretz Deutschland, Mercaz und die Union progressiver Juden in Deutschland, haben gemeinsam einen Aufruf verfasst, in dem wir unsere Sorgen und Bedenken zum Ausdruck bringen. Der Gesetzentwurf verleiht einer Minderheit das Recht darüber zu bestimmen, wer jüdisch ist, und damit Bürger des Landes werden kann. Der Staat wird zu einem Geisel der Ultraorthodoxie. In der jüdischen Geschichte gab es niemals eine vergleichbare Machtkonzentrierung. Und es sollte sie auch niemals geben. Die jüdische Stärke liegt in ihrer Vielfallt und Pluralität.
Bitte unterstützt uns in unserem Protest gegen diese traurige Entwicklung:
- Verteilt bitte diesen Aufruf an Eure Mitglieder, Freunde und Unterstützer und bittet darum, dass sie sich dem Protest anschließen.
- Gemeinsam mit unseren Schwester- und Partnerorganisationen in Israel und Weltweit, appellieren wir an die Israelische Regierung, ihr Gesetzesvorhaben zu stoppen. Wir wollen der Regierung Netanyahu verdeutlichen, dass bei einem solch wichtigen Gesetzesvorhaben, Vertreterinnen und Vertreter des Diasporajudentums und aller Strömungen gehört werden müssen. Schließt Euch bitte mit eigenen Aktionen an.
- Und wir glauben, dass jede Stimme, die die Regierung in den nächsten Tagen erreichen wird, ein wichtiger Beitrag hierzu ist. In der Anlage zu dem Brief befindet sich ein Musterbrief an den israelischen Botschafter in Deutschland und an den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Jeder Brief, jedes Fax, welcher/welches den Ministerpräsidenten und den Botschafter erreicht, kann ausschlaggebend sein.
Wir lernen aus dem Talmud, dass Tisha be Av (der 9. Av) einst ein fröhlicher Tag war und in der messianischen Zeit auch wieder sein wird. Wir können unseren Beitrag dazu leisten, dem Ziel einer friedlicheren Welt näher zu kommen, in dem wir uns gegen Hass, Ausgrenzung und Spaltung stellen.
Im Namen von arzenu, Masorti Deutschland, Meretz Deutschland, Mercaz und der Union progressiver Juden in Deutschland bedanke ich mich bereits im Voraus für Eure Unterstützung
Adrian Michael Schell
Ein Brief von Anat Hoffman, IRAC
Today appeared to be an excellent day for the ultra-Orthodox hegemony here in Israel.
Before 9 AM, I was arrested for carrying a sefer Torah on the women’s side of the Western Wall. At the same time just miles away, the conversion bill – that would change forever the definition of who is a Jew in Israel – passed its first vote in the Knesset.
The ultra-Orthodox are applauding the events of today. They succeeded in preventing women from carrying a Torah and praying at the holiest site of the Jewish people, and they moved one step closer to erasing all recognition ever achieved for Reform and Conservative conversion in Israel.
It seems like it was a good day for them, and they may be celebrating. But in fact today was a dark day for the ultra-Orthodox in Israel, and for those working against religious pluralism and civil rights around the world. The real outcome of their “victories” will be the enlivening of the 85% of Diaspora Jewry, which is non-Orthodox, belonging in large part to the Reform or Conservative Movement.
The events of today bring to light the moral bankruptcy of the antiquated, violent, and intolerant Judaism that defines the ultra-Orthodox strand of Judaism in Israel today. This stands in contrast to our progressive Judaism that is committed to the equality inherent in every individual – man or woman, Jew by birth or Jew by choice.
There is an expression that I love – we must learn to walk and chew gum at the same time. I and the other leaders of the Israeli Reform Movement will take care of things on the ground here in Israel – the police, the courts, the Knesset. Now you must take care of the Conversion bill.
In the next 24 hours, send the attached letter demanding that the Israeli government listen to our voice, our unified voice calling for a Judaism of openness and tolerance. This is not an issue affecting only converts – it is an issue that threatens the very unity of the Jewish people. Today starts the countdown of your moving into action to reject this dangerous brand of Judaism. Our voices will be heard, and through all of us working together, the ultra-Orthodox “victories” of today will prove obsolete.
Please copy and paste the attached letter to your own email, and send it to the Prime Minister, and forward this urgent call to your friends and family by clicking here.
L’shalom,
Anat Hoffman
The Israel Religious Action Center is a department of the Israel Movement for Progressive Judaism. Prime Minister Netanyahu: PM_ENG2@pmo.gov.il
The Honorable Benjamin Netanyahu Prime Minister of Israel Office of the Prime Minister Jerusalem, Israel
Dear Prime Minister Netanyahu,
We write to request your immediate intervention to prevent passage of the legislation being brought forward by MK David Rotem.
We are deeply concerned about the intention to grant the Chief Rabbinate sole control over conversion in Israel. Such legislation would be an open attack on the legitimacy of non-Orthodox Jewry, which composes the majority of world Jewry.
While we are supportive of efforts to create greater accessibility to conversion courts in Israel, the overall impact of the Rotem Bill will set back these efforts. Should this bill be enacted, it will exacerbate a widening gap between Diaspora and Israel communities, which we are working very hard to avoid.
Therefore, we believe it is imperative that you, as leader of Israel, and as one who cares deeply about the well-being of Klal Yisrael, intervene and urge immediate withdrawal of this bill.
Umfrage in Israel zur Regierung
By JERUSALEM POST STAFF 07/02/2010 04:08 Regev: „The public no longer tolerates selling Israel’s future to haredi parties.“
The public will no longer tolerate selling Israel’s future to the haredi parties, Rabbi Uri Regev, director of Hiddush – For Religious Freedom and Equality in Israel, said on Wednesday, in response to a public opinion poll his NGO recently conducted.
The general public thinks the haredi community shows disrespect for and rejects democracy, according to the survey. Fifty-eight percent of the Jewish public supports the establishment of a national unity coalition government that would include Kadima, but not the the haredi Shas or United Torah Judaism parties.
The survey data “demonstrates unequivocally that the haredi parties managed to make themselves an anathema among the general public that supports the rule of law and democracy,” Regev said.
While 95% of secular Jews displayed an overall disapproval of the haredi community, a surprising 62% of modern Orthodox Jews expressed similar views.
“Israelis are no longer willing to accept the sale of Zionism and the future of Israel to the haredi parties through dubious political deals. It is time Prime Minister [Binyamin] Netanyahu heeds the cry of the people and establishes a national unity government capable of bringing about a sorely needed civil revolution,” Regev said.
According to the poll, 83% of the Jewish public considers the struggle by Ashkenazi haredi parents in Emmanuel to have their daughters study separately from Sephardi girls whose families do not follow Ashkenazi haredi practices unjust.
In addition, 75% of the population supports the High Court of Justice’s decision to eliminate income support funding for married yeshiva students from the 2011 state budget, saying the payments are discriminatory because there are no such payments for married secular students.
“The public is telling Netanyahu: You do not have a mandate to continue undermining equality by passing legislation that bypasses court rulings and provides ‘pork barrels’ and preferential grants to yeshiva students,” Regev said.
He continued, “You do not have a mandate to make kosher the despicable racism in education through fictitious compromises. This is the hour of urgency. Israel’s democratic and Zionist character is under assault. Netanyahu has to tell the haredi parties: Enough!” The poll reported that 83% of Likud voters and 100% of Israel Beiteinu voters condemned the Emmanuel struggle as anti-democratic, and 73% of Likud voters and 88% of Israel Beiteinu voters supported the court’s decision to halt the income support for married yeshiva students.
“Israel Beiteinu – whose main constituency is the new immigrant community that is the primary victim of the submission to the haredi parties – as well as the Labor Party, should stand firm and make it clear to Netanyahu that they will not be part of a government that subjects Zionism to suicide and exhibits serial surrender to haredi blackmail,” Regev said.
The public opinion survey, commissioned by Hiddush and conducted by Smith Research on June 27-28, was based on a sample of 500 respondents representing Israel’s adult Jewish population.
Eindrücke von dem 36. WZO Congress in Jerusalem
Nachdem ich die Passkontrolle hinter mich gelassen hatte, ging es mit dem Shirut, dem Sammeltaxi in Richtung Beit Shmuel in Jerusalem, der Zentrale der World Union for Progessive Judaism und von Arzenu, sowie anderer reformzionistischen Organisationen. Nach einem kleinen Umweg durch die Westbank mit den zahllosen Sicherheitskontrollen erreichte ich Jerusalem knapp vor Beginn des Shabbat. Es blieb nur kurz Zeit um mich frischt zu machen und zu Kol HaNeschama, einer der Reformgemeinden in Jerusalem zu laufen. Ich liebe den Gottesdienst in Kol HaNeschama, mit seiner berühmten „Halleluya-Meditation“ zum Schluss.
Der Grund meiner Reise nach Israel war aber der 36. World Zionist Congress in Jerusalem, der alle vier Jahre abgehalten wird, und an welchen ich als einer von drei Arzenu Deutschland Mitgliedern teilnehmen durfte.
Der WZO Congress, 1897 von Theodor Herzl gegründet, ist bis heute ein wichtiger Bestandteil Israels und dem jüdischen Leben in der Diaspora. Hier werden Gelder verteilt und ideologische Grundfragen besprochen, die WZO hat Einfluss auf KKL, JAFI und die israelische Politik. Von elf Parteien und sieben Organisationen sind Delegierte an diesem Prozess beteiligt und wollen alle etwas von dem Kuchen abhaben, die WZO nach der jeweiligen Ideologie beeinflussen. Kurz vor der Aufnahme steht Shas, die schon dieses Jahr Resolutionen eingebracht haben und die WZO in Richtung ihrer Ideologie zu ziehen versuchen. Shas in der WZO ist etwas, dass ich den Monty Pythons zugetraut hätte, aber nicht der Realität.
Bevor wir, über 90 aktive Arzenu Mitglieder aus der ganzen Welt, am WZO Congress teilnahmen, wurde ein „Pre-Congress“ abgehalten, von Arzenu, für Arzenu. Hier traf ich auch auf Chaim und Adi, zu dritt vertraten wir Arzenu Deutschland, mit Unterstützung von Lea, für die World Union.
Im ersten Teil unseres Pre-Congress ging es um uns selber, um Arzenu. Was wollen wir erreichen? Und welchen Weg wollen wir einschlagen, damit wir dieses Ziel erreichen? Diese Frage ist wichtig, nicht nur für Arzenu auf dem WZO Congress sonder insbesondere auch für uns in Deutschland. Für jeden von uns. Wo will ich hin? Und welchen Weg will ich gehen, um dieses Ziel zu erreichen? Was ist unser Ziel als Arzenu? Was kann ich dazu beitragen, dass wir dieses Ziel gemeinsam ansteuern können?
Im zweiten Teil des Pre-Congress sprachen wir über das, was uns auf dem WZO Congress erwarten würde, über die 110 Resolutionen, von allen Seiten eingebracht und so unterschiedlich, wie man sie sich nur vorstellen kann. Einige waren kurze Forderungen für mehr Gelder für die Jugend, andere sollten die WZO auffordern, mehr für die Verbindung zwischen der Diaspora und Israel zu tun, noch andere forderten mehr Pluralismus und mehr Einfluss für Frauen in der Organisation oder eben genau das Gegenteil, je nachdem wer für die Resolutionen verantwortlich war.
Wir von Arzenu berieten über die Forderungen in zunächst kleinen Gruppen, ersetzen einige Worte – Land Israel zu Staat Israel- stimmten Resolutionen zu oder lehnten sie ab, meist kamen die Abgelehnten von Shas oder Likud, welche zum Beispiel forderten, dass mehr Geld und Mühen in die Westbank flossen.
Zwar war Arzenu der größte Block innerhalb des Kongress, noch machtvoller wurden wir aber durch eine Koalition, welche unter anderem Dalya und Joan, die Vorsitzenden von Arzenu ausgehandelt hatten. Gebildet wurde die Koalition von Arzenu, Meretz und Avodah, die in vielen Punkten unsere Meinung teilten, und mit welchen wir gemeinsam abstimmen wollten.
Der eigentliche Kongress fand im Jerusalem international Convention Center, ICC statt. Am dritten Tag wurde über die Resolutionen abgestimmt, in der großen Halle des ICC, mit seinen 3000 Sitzen. Die langen Verhandlungen und Abstimmungen waren eingerahmt in verschiedene Programme, Workshops und Abendveranstaltungen mit Musikern und Artisten aus Israel, mit wichtigen Ansprachen von noch wichtigeren Leuten. Ich freue mich berichten zu können, dass ich keine zwei Meter von Schimon Peres war, ihn anfassen gekonnt hätte. Ob das so klug gewesen wäre, sei mal dahingestellt.

In unseren Fraktionen aufgeteilt saßen wir da und stimmten zusammen in einem Block ab, wobei unsere Fraktion den größten Teil ausmachte und wir mit Mercaz, den Konservativen oft einer Meinung waren. Auf der anderen Seite des Saals waren die Orthodoxen zusammen mit Shas und Likud.
Vor eingebrachten Resolution wurden manchmal kurze Reden von Befürwortern gehalten. Dann wurden Teile noch mal laut auf hebräisch vorgelesen, simultan übersetzt auf vier Sprachen. Jetzt wurde die all entschiedene Frage gestellt. Wer ist dafür? Wie von einer Hand wurden die Wählerkarten von unserer Fraktion hochgehoben, wie zuvor abgemacht. Bei der Gegenfrage, wer ist dagegen, wurden die Wahlscheiben derjenigen erhoben, die nicht unserer Meinung waren.
Bei einfachen Themen waren wir oft einer Meinung und es war schnell entschieden. Aber da waren noch die heißen Themen, in den es zu Wortgefechten und knappen Abstimmungen kam, bei welchem ausgezählt werden musste und mir der Arm lahm wurde von dem lange hochhalten der Stimmkarte. In der Regel betrafen diese Themen die Siedlungspolitik und die Unterstützung von nicht orthodoxen Strömungen in Israel und in der WZO. Redner stürmten die Bühne und versuchten für ihre Sache zu werben, beklatscht und von Pfiffen des Protest begleitet. Am Ende der Diskussionen war aber ein Bild deutlich zu sehen; unsere Koalition stimme gemeinsam ab und erreichte die notwendige Mehrheit um entscheidende Resolutionen durchzubringen, schlimme zu verhindern.
Alles in allem können wir von Arzenu stolz auf uns sein, wir haben einige Resolutionen durchgebracht, die das Gesicht der WZO verändern werden. Wir konnten die Gleichberechtigung von allen Strömungen näher bringen, unter anderem durch gleiche Finanzierungen aus Gelder der WZO. Auch konnten wir durchsetzen, dass die WZO in einem Statement an den Staat Israel die Gleichberechtigung der verschiedenen Strömungen im Judentum fordert, ausgedrückt durch die Erlaubnis Eheschließungen und Konversionen durchführen zu dürfen. Wir konnten erreichen, das 30% der WZO Komitees von Frauen besetzt werden muss. Die Fokussierung von WZO Geldern auf die Siedlungsbewegung konnten wir abwenden, nur um einige Beispiele zu nennen.
Bei dem Kongress wurde klar, dass es mehr bedeutet ein Reformzionist zu sein, als sein Reformjudentum zu leben und sich für Israel zu sein. Im Stillen verändert man nichts. Nur durch die Konfrontation mit denen, die eine andere Meinung haben, kann man die Wirklichkeit Israels und die der Diaspora verändern. Ein Weg ist die WZO, in der Arzenu politisch stark sein muss, getragen von den verschiedenen Gemeinden auf der Welt.
Auch wir können unseren Teil dazu beitragen, wenn wir stark sind als Arzenu Deutschland und wenn wir unsere Stimme gemeinsam erheben. Gegen diejenigen, die ein pluralistisches, gleichberechtigendes Judentum in Israel und in der Diaspora nicht wahrhaben wollen. Und gegen diejenigen, die einfach nur Israel verhindern wollen.
Zum Schluss will ich Theodor Herzl zitieren, dessen 150 Geburtstag wir in diesem Jahr feiern.
„Wenn Du es willst, ist es keine Märchen.“ - Theodor Herzl, Altneuland, 1902
Drishat Shalom,
Jakob Walbe
"free gaza" - Wem sollte da geholfen werden?
natürlich bin auch ich schockiert. die eskalation vor dem gaza-streifen berührt mich in vielfacher hinsicht und macht mich hilflos. hilflos, weil kein argument helfen wird, um das was geschehen ist, nämlich den tod von menschen, rückgängig zu machen ist, und hilflos, weil es nicht möglich ist, jemals objektiv das zu beschreiben, was passiert ist.
die reaktion deutscher medien und die vieler meiner freunde ist eindeutig: israel hat überreagiert und hat sich völkerrechtswiederig verhalten. israel hat dringend beötigte hilfe für den gaza-streifen blockiert. und und und. wie soll ich auf solche vorwürfe reagieren, wenn ich, wie viele andere auch, nur die halbe wahrheit als die ganze ansehen möchte.
mein erster facebook-eintrag drückte daher aus, was mir sofort mein bauchgefühl sagte: deutsche medien sind opfer von friedensterroristen geworden. friedensterroristen haben es mal wieder geschafft, israel an den pranger zu stellen.
friedensterroristen ist natürlich ein hartes wort, da es eigentlich einen nicht vereinbaren gegensatz ausdrückt, er drückt aber genau aus, was mir durch den kopf geht, wenn ich die aktion „free-gaza“ näher betrachte: terroristen interessieren sich nicht für menschen. um ihre ziele durchzusetzen gehen sie ggf. über leichen. und genau dies ist hier geschehen. sie haben einen einsatz für den frieden missbraucht, um einen krieg gegen israel zu führen.
in israel steigt die angst vor einem neuen krieg. menschen wie du und ich sehen recht negativ in die zukunft. sie sehen israel zunehmend isoliert und in eine ecke gedrängt, aus der es sich nicht mehr selbst befreien kann. sie haben angst, dass auf dem höhepunkt dieser isolation israel militärisch angegriffen wird und niemand da sein wird, der israel zur seite steht. alle werden sagen, israel hat das ja selbst zu verantworten.
aber ist dem wirklich so?
meiner meinung nach hatte die aktion „free gaza“ nie zum ziel, hilfsgüter in den gaza-streifen zu bringen. es ging den organisatoren ausschließlich darum, israel zu provozieren, handlungen zu erwirken, die medientauglich gegen israel eingesetzt werden können. in zeiten von massenmedien braucht es keine waffen mehr, um einen staat sturmreif zu schießen. es gibt keinen grund daran zu zweifeln, dass die israelische regierung die hilfsgüter nicht auf dem landweg in den gaza-streifen hätte bringen lassen. eine echte hilfsorganisation hätte sich, zum wohle der ihr selbst auferlegten maxime „menschen zu helfen“ darauf eingelassen. menschen in gefahr zu bringen, oder gar willentlich einem bewaffneten konflickt auszusetzen ist keine eigenschaft für eine friedensorganisation.
ja, ich glaube, dass die aktivisten sich, vergleichbar der hamas, zivilisten bedienst hat, um das zu erreichen, was sie wollten. und nein, ich glaube nicht, dass alle 700 aktivisten terroristen sind, vielen kann ich einfach nur naivität vorwerfen. wer geglaubt hat, mit einer solchen aktion den friedensprozeß in eine neue, positive richtung zu lenken, hat die dimension des konfliktes nicht im geringsten erkannt.
die situation der menschen im gaza streifen ist nicht menschenwürdig. es muss schnell eine lösung gefunden werden. dies geht aber weder mit der axt, noch gegen den willen von ägypten und israel. eine zweistaatenlösung lässt sich nicht auf dem rücken von menschen erzwingen.

