Liberale Jüdinnen und Juden in der Diaspora, die eine enge Verbindung zu Israel haben und doch nicht immer mit allem einverstanden sind, was dort vor sich geht, könnten sich fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, Einfluss zu nehmen und Dinge zu verändern.

Glücklicherweise gibt es diese: ARZENU ist eine Dachorganisation, die es möglich macht, dass unsere Stimme auf den höchsten Ebenen der israelischen Politik gehört wird. ARZENU vertritt unsere Ansichten direkt in der Zionistischen Weltorganisation (World Zionist Organisation, WZO) und durch die Koalitionspartner – die Parteien Meretz und Avodah – auch im israelischen Parlament, der Knesset.

Bei der letzten Tagung von ARZENU in Jerusalem haben die Delegierten die Position zu anstehenden Resolutionen mit den Bündnispartnern Meretz und Avodah sowie im Zionistischen Generalrat (Va’ad HaPoel) diskutiert. Der Zionistische Generalrat stellt unter den Sitzungen des Zionistischen Kongresses das höchste Gremium der WZO dar.

Unter den Delegierten waren Vertreterinnen und Vertreter aus den USA, Neuseeland, Südafrika, Kanada, Israel, den Niederlanden, Australien, Deutschland, Frankreich und Österreich.

Folgende Forderungen an die israelische Regierung wurden mit den Bündnispartnern beschlossen. Hierin fordern ARZENU und seine Partner:
1. die sofortige Anerkennung und gleichwertige Unterstützung aller relevanten Strömungen des Judentums
2. die Umsetzung des Sharansky Kotel Proposal (egalitärer Lösungsvorschlag für die Situation an der Tempelmauer), der einschließt, den Bereich für Betende an der Westmauer um eine dritte, egalitäre Sektion zu erweitern, in der Frauen und Männer gleichberechtigt zusammen beten können. Alle drei Bereiche sollen einen gemeinsamen Zugang haben. Der neue egalitäre Bereich soll der Öffentlichkeit jeden Tag 24 Stunden am Tag kostenfrei zugänglich sein. Der Bereich der Tempelmauer soll gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern aller Strömungen des Judentums verwaltet werden.
3. die Umsetzung einer unnachgiebigen Kampagne gegen rassistische Gewalt und die Strafverfolgung von Personen, die öffentlich zum Rassismus anstacheln. Weiterhin die Einrichtung von Bildungsprogrammen zu den Themenkomplexen Koexistenz und Toleranz sowie die Einrichtung eines sämtliche Ministerien übergreifenden Komitees zur Bekämpfung von Rassismus
4. die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Gleichberechtigung unterschiedlicher Eheschließungen garantiert und die religiöse Heirat aller Strömungen des Judentums anerkennt. Zudem die Anerkennung zivilrechtlich geschlossener Ehen und Scheidungen.

Eine fünfte Forderung wurde bezüglich der WZO verabschiedet, die eine vollkommene Transparenz und Offenlegung bezüglich der finanziellen Aktivitäten und Haushaltsführung der WZO einfordert. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die zur Verfügung stehenden Geldmittel und Spenden in Übereinstimmung mit den Prinzipien der WZO und zionistischen Prinzipien im Allgemeinen verwendet werden.

Die Tagung war ein voller Erfolg für ARZENU: Die Forderungen von ARZENU wurden vom Zionistischen Generalrat angenommen. Konkret bedeutet dies, dass die WZO über die Verwendung der eingehenden finanziellen Unterstützung durch die israelische Regierung und durch andere Quellen verfügt und deren Ausgabe überwacht wird. Dabei ist sichergestellt, dass die Verwendung der Mittel nicht durch die Quellen (etwa die Regierung) beeinflusst werden kann. Dies wird ein höheres Maß an Transparenz und Verantwortlichkeit sicherstellen.

Forderungskatalog erarbeitet

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