In dem Urteil vom israelischen obersten Gericht wurde ein klares Wort gesprochen. Kein Betreiber einer öffentlichen Verkehrsgesellschaft darf einer Frau sagen, bitten oder sie dazu auffordern auf einem bestimmten Platz in einem Bus zu sitzen… Oder ihr sagen, was  sie zu tragen haben, sie haben das Recht da zu sitzen wo sie es möchte.

Diesem Urteil geht ein langer Kampf voraus, begonnen in den 90er Jahren, als  einige Israelische Busgesellschaften, probeweise eine Trennung von Mann und Frau in Bussen einführten. Zunächst nur auf wenigen „Mehadrin“ Bussen und offiziell freiwillig, mussten Frauen durch die hinterste Tür in Busse einsteigen und hinten platz nehmen. Dazu sollten sie noch eine Kleiderordnung befolgen. Keine kurzen Röcke oder „aufreizende“ Kleidung.

EGED und andere Busgesellschaften führten diese Regelung ein, um auf die Bedürfnisse von Ultraorthodoxen einzugehen, und nicht an private Anbieter zu verlieren. Die Ultraorthodoxen argumentieren, dass sie in den oft überfüllten Bussen ohne die Geschlechtertrennung ihre religiösen Regeln nicht befolgen können.

Selbsternannte ultraorthodoxe „Aufpasser“ begannen die Einhaltung dieser Trennung auch durchzusetzen, wer im falschen Teil des Busses war, wurde beschimpft und sogar aus dem Bus geschmissen.

Nachdem IRAC klagte, gibt es seit 1997 es ein Komitee, das die Mahadrin Busse begutachtet, im Jahr 2007 legten sie Ihren Bericht vor; in diesem kamen sie zum Schluss, dass sich das System der Mehadrin Busse ohne staatliche Kontrolle wüchse, es manchmal keine Alternative zu den getrennten Bussen gebe. Einige Ultraorthodoxen glaubten, dass sie ein Anrecht auf Mehadrin Busse hätten. Dies sei mit einer modernen, freien Gesellschaft aber nicht vereinbar. Sie schlugen eine explizit freiwillige Trennung in den Bussen vor.

Das Oberste Gericht ordnete 2007 an, dass es eine einjährige Probezeit geben solle, in denen versucht werden solle, die Geschlechtertrennung auf freiwilliger Basis weiter zu behalten, es nahm damit die Empfehlung des Komitees an. Schilder wurden entfernt, die eine Geschlechtertrennung vorschrieben, auf die Freiwilligkeit der Trennung wurde explizit hingewiesen. In zwei dritteln der Kontrollen, wurden die sich absichtlich „falsch“ verhaltenden Kontrolleure dennoch verbal angegriffen.

Dies gehe nicht, entschied das Oberste Gericht nun noch mal, wie eingangs erwähnt machte das Gericht klar, dass eine erzwungene Trennung nicht rechtens sei, sollen Personen angegriffen werden, da sie diese freiwillige Trennung ignorieren, könnten eine Straftat sein.

Das Gericht wies ein weiteres einjährige Probejahr an, in der die Freiwilligkeit der Trennung streng durchgesetzt und kontrolliert werden solle werden solle. Bis dahin soll, anders als in regulären Bussen, die letzte Tür immer noch offen stehen, so dass Frauen hinten einsteigen können.

Man kann argumentieren, dass die Geschlechtertrennung immer noch nicht abgeschafft wurde, da es sicherlich immer noch Freuen gibt, die die Hintertür nutzen müssen, da sie aus der ultraorthodoxen Gemeinde kommen. Auch besteht immer noch die Gefahr, dass einige das freiwillige System ausnutzen und mitreisende dazu drängen einen bestimmten Platz aufzusuchen. Ich denke, dass das Gerichtsurteil vor allem eine Chance darstellt.

Auf der einen Seite sagt es ganz klar, dass in einem demokratischen Rechtsstaat nicht möglich ist, dass Freiheiten aufgrund von Geschlecht eingeschränkt werden können, auf der anderen Seite gibt es der israelischen Gesellschaft auch die Möglichkeit auf Ultraorthodoxe einzugehen, die von der Mehrheit nicht umbedingt verstanden wird, aber dennoch Teil der Gesellschaft ist und Bedürfnisse hat.

Oberstes Gericht stärkt Frauenrechte

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